Was ist Tantra?

Der Begriff "Tantra"stammt aus dem Sanskrit Tanoti (erweitern) und Trayate (befreien) und bedeutet soviel wie:

Freiheit erlangen durch Erfahren des verborgenen Wissens der Potentiale deines Körpers, deiner Seele, deines Geistes. Dies bedingt die körperliche Wahrnehmungs- und Spürfähigkeit jeder Zelle deines Körpers und der Ausdehnung und Übertragung auf andere Körper als Möglichkeit spiritueller, seelischer und körperlicher Befreiungszustände wie Ekstase, Raserei, innewohnende Stille, Transzendenz, Auflösung jeder Verhaftung. Unser Raum körperlicher Erfahrung beginnt im Moment der Zeugung und endet mit dem Tod des physischen Körpers. Hier ist für den Tantrica der Schlüssel, dadurch dass er die Energie in jeder Zelle wahrnehmen und lenken kann. In der heutigen Zeit und in unserer Kultur wird teilweise vieles Anderes unter dem Begriff verstanden oder etikettiert. Begriffe wie Weisses Tantra, Rotes Tantra, Neo- Tantra, Erotisch- therapeutisches Tantra, Polyamory, Tantrische Schulen, Tantramassage, Sexualberatung & Tantra fördern diese Verwirrung bis hin zu Visionen von Rotlichtmilieu oder Ideen von Gruppensex. In der nachfolgenden Datei der Versuch einer Begriffsklärung nach 30 Jahren Arbeit im tantrischen Feld durch Shanti: Was ist Tantra?

Oft wird der Begriff Tantra im klassischen Tantra auch mit Weben oder Gewebe beschrieben oder gleichgesetzt. Unter Gewebe ist hier das in deinem Körper und im uns umgebenden Zwischenraum zwischen Menschen existierende Feld aus Emotion (gespeicherte alte Gefühle), Erinnerung (gespeicherte alte Gedanken), Gefühle (spontaner Ausdruck der Energie) und "stillem Geist oder stillem Sein" (spontaner Ausdruck deines Inneren Kerns) gemeint. Dieses Gewebe wird durch richtig, ernsthafte tantrische Praxis erneuert, erfrischt und verändert. Die Sehnsucht des Körpers wird gestillt durch heilende und erfrischende Zustände mit einem hohen Potential an anhaltender Freude. Schöne Sexualität ist der Raum, in dem ich diesen Glanz am einfachsten erkennen kann. Dieser Glanz ist jede Sekunde vorhanden und wenn ich offen bin, durchdringt er mich. Das meint der Satz Karmamudra ist Mahamudra. Mehr darüber lesen Sie hier

Tantra hatte seine Anfänge in Indien, ist älter als Yoga und stammt ursprünglich aus einer Kultur, die das Weibliche als universelle Kraft verehrte. Einer dieser Aspekte der Verehrung ist in der tibetischen Richtung die Tara.
Aus dieser Verbundenheit stammt der Name unseres Institutes. Er deutet also unsere Auffassung und unsere Art, Tantra zu praktizieren und zu lehren, an.
Der ursprüngliche tantrische Weg ist gekennzeichnet von tiefer Liebe und Verehrung Anderer, ob es in der Partnerschaft oder in Gemeinschaft ist.
Der wichtigste erhaltene schriftliche Text aus dieser Zeit ist das das Vigyan Bhairava Tantra sein, eine kleine Schrift von ca. 15 Seiten, die allerdings für uns westliche Menschen einer Interpretation bedarf.
Mehr zum Vigyan Bhairav Tantra gibt es hier zu lesen

Tantrische Disziplinen sind jene Bereiche der Entwicklung einer offenen Spiritualität, die von der Erfahrung der Sexualität tief in die Erforschung und Ausweitung deiner Selbst gehen.

Körper
Achte auf deinen Körper. Mach deine Sinne zu sensiblen Toren zu deinem Innern. Mach deinen Atem zu einem Schlüssel der Stille und der wilden Ekstase. Achte darauf, ob dein Körper wirklich Sex will, ob es nur Ersatz für etwas anderes in deinem Leben ist.
Mehr zum Thema Körper im Tantra gibt es hier zu lesen

Seele
Achte auf deine Seele. Respektiere deine eigene Grenzen. Erkenne die Farben der Gefühle und lerne zu unterscheiden, ob sie aktuell oder von der Erinnerung getragen werden. Sei achtsam im Umgang mit Anderen. Achte darauf, mit wem und warum es dir gut geht.
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Geist
Sorge für deinen Geist, so dass er nicht in Verwirrung abstürzt. Sei der Reiter deines Verstandes, nicht sein Pferd. Lerne in Körper, Seele und Geist auch in Momenten des Zweifels, tiefer Krisen und im Angesicht des Todes eines Menschen oder deines eigenen unerschütterlich zu bleiben.
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Sexualität & Tantra
Im Moment der Geburt, im Eintreten in diese Welt, verfliegt die Erfahrung der Einheit, die das Kind im Mutterleib hatte. An dieser Zeit können wir uns seltenst bewusst erinnern. Was passiert in dieser Zeit? Wie nimmt ein Baby die Welt wahr? Im Tantra gehen wir davon aus, dass der Strom der Lebensenergie, auch "Segensstrom" genannt, frei, machtvoll und ungehindert durch den Körper fließen kann. n den Momenten, wo äußere Einflüsse, dies verhindern, wird der Strom der Lebensenergie verzerrt und eingefärbt.
Mehr über die Bedeutung für die Sexualität lesen Sie hier

Tantrische Räume, wie wir sie anbieten, sind gut für Dich

  • wenn du dir selbst Liebe und Aufmerksamkeit zukommen lassen willst.

  • wenn du intensiver mit deiner eigenen Lebendigkeit und deinem eigenen Körper Kontakt aufnehmen willst.

  • wenn du in deiner Sexualität UND in deinem Leben, jenseits der üblichen weiblichen und männlichen Rollenmodelle von Macho und Mausi, Erweiterungen erfahren willst.

  • wenn du spüren willst, was urweibliche und urmännliche Energie ist.

  • wenn du Bereich der Liebe zu dir selbst und in der Partnerschaft neue Wege beschreiten willst.

  • wenn du Erfahrungen machen willst, wie Spiritualität im Hier und Jetzt aussieht und wie jenseits von Bücherwissen und Nur- Meditation Tiefe in dein Leben kommt.

  • wenn du in Betrachtung deiner Vergangenheit und deiner Geschichten altes liebevoll umarmen und auflösen kannst.

  • wenn du willst, dass Stille und Achtsamkeit, dich auch im Alltagsleben stärken können.

Tantra, wie wir es anbieten, ist nicht gut für Dich

  • wenn du nichts verändern magst, an dir oder anderen.

  • wenn Sexualität für dich nur leistungsorientiert oder mechanisch ist.

  • wenn du glaubst, in Tantra-Gruppen schnell jemand für Affären und schnellen Sex zu finden, weil deine Angst, dich wirklich einzulassen, sehr groß ist.

  • wenn du denkst, du findest in der besonderen tantrisch geschwängerten Atmosphäre den idealen, gut aussehenden Traumpartner oder es finden oberflächliche Orgien statt.

  • wenn du dich seelisch nicht stabil fühlst und etwas anderes vielleicht vorrangig in deinem Leben gebraucht wird. (z.B. Therapie wegen Sex- oder Beziehungssucht)

  • wenn du schnell Schamgrenzen überspringst, um deine emotionale, soziale oder sexuelle Scham nicht zu spüren und dir einzugestehen, dass Scham natürlich ist und Grenzen sich nur langsam verändern.